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Mittwoch, 25. Juli 2012
Isenburg und Wallfahrtskapelle Hausenborn
meckerfutt, 21:47h
In den ersten zwei Ferientagen waren wir bei Freunden in Isenburg im Westerwald und hatten sogar einen schönen regenfreien Tag. Anscheinend um unsere Bergfähigkeit zu testen wurden wir durch einen kleinen steilen Park des Isenburger Naturschutzgebietes bergan zur Wallfahrtskapelle Hausenborn geführt.
Zwischen zwei Steilwänden zieht sich der Weg den Berg hoch, die ersten 500 Meter vom Ort aus bestehen sogar aus Treppen.

Die Natur ist gerade dabei, den schiefrigen Berg zurückzuerobern.
Der kleinen Blindschleiche war es zunächst gar nicht geheuer, in die Hand genommen zu werden ...
... aber bereits nach einer Minute ringelte sie sich in der warmen Hand zusammen und wollte gar nicht mehr weg.
Kurz vor dem "Gipfel" ...
Die ehemalige Wallfahrtskapelle Hausenborn, was sich mit Haus am Born, also an einer Quelle, übersetzen lässt, wurde um 1441 im gotischen Stil erbaut und ist mit ihrem kleinen Betraum heute ein beliebtes Ziel für Wanderer. Eine Wallfahrtskirche ist sie allerdings bereits seit 1784 nicht mehr und wurde so dem Verfall preisgegeben, bis 1934 in der ehemaligen Sakristei eine Gnadenkapelle eingerichtet wurde. 1984 wurde schließlich mit der Restauration einzelner Teile begonnen, um die Kapellenruine als Ganzes vor dem weiteren Verfall zu schützen und zu erhalten.

Zwischen zwei Steilwänden zieht sich der Weg den Berg hoch, die ersten 500 Meter vom Ort aus bestehen sogar aus Treppen.

Die Natur ist gerade dabei, den schiefrigen Berg zurückzuerobern.
Der kleinen Blindschleiche war es zunächst gar nicht geheuer, in die Hand genommen zu werden ...
... aber bereits nach einer Minute ringelte sie sich in der warmen Hand zusammen und wollte gar nicht mehr weg.
Kurz vor dem "Gipfel" ...
Die ehemalige Wallfahrtskapelle Hausenborn, was sich mit Haus am Born, also an einer Quelle, übersetzen lässt, wurde um 1441 im gotischen Stil erbaut und ist mit ihrem kleinen Betraum heute ein beliebtes Ziel für Wanderer. Eine Wallfahrtskirche ist sie allerdings bereits seit 1784 nicht mehr und wurde so dem Verfall preisgegeben, bis 1934 in der ehemaligen Sakristei eine Gnadenkapelle eingerichtet wurde. 1984 wurde schließlich mit der Restauration einzelner Teile begonnen, um die Kapellenruine als Ganzes vor dem weiteren Verfall zu schützen und zu erhalten.

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Radfahren...
meckerfutt, 17:18h
... am Wesel - Datteln - Kanal mit der Hünxer Schleuse ...
... und am Rhein - Herne - Kanal mit dem Olgapark.

... und am Rhein - Herne - Kanal mit dem Olgapark.

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Mittwoch, 6. Juni 2012
Zu spät. Delta Echo Delta India Quebec
meckerfutt, 01:37h
Manchmal kommt man schlichtweg zu spät, aus welchen Gründen auch immer. Seitdem ich wieder in Bottrop bin, hege ich den Plan, zum Flugplatz zu fahren und ein Bild von mir mit der alten Elster C machen zu lassen. Reine Sentimentalität. Weil der Flugplatz und besonders diese Maschine einen wesentlichen Teil meiner Jugend ausmachte.
Mein Vater kaufte sie für den Verein bzw. die Schülerfluggemeinschaft in dem Jahr, in dem ich geboren wurde: 1958. Mein Kinderwagen stand quasi im Schatten dieser damals ganz jungen Elster. Sie war das erste Flugzeug, in dem ich je gesessen habe, in dem ich je mitgeflogen bin, natürlich mit meinem Vater.
Vor ungefähr zehn Jahren war ich auf einem Flugtag in der Schwarzen Heide, und da stand sie noch: mittlerweile blau - weiß und nicht mehr in dem altmodischen grau - creme mit leuchtorangen Seitenruder. Ganz wie neu aussehend und doch das alte vertraute Bild. Und das Brummen des 150 PS - Lycoming, der 1963 mit Unterstützung der Prüfstelle in Essen - Mülheim eingebaut wurde. Dieses Brummen ist eines der Geräusche, die ich mein Leben lang mitgenommen habe.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sie da so stand, denn es gab einige Leute im Verein, die sie genauso begleitet hat wie mich, nicht von Geburt an, aber in ihrer gesamten fliegerischen Laufbahn. Die haben sie gehegt, gepflegt und immer wieder in eine Art Neuzustand versetzt. Solche Flugzeuge sterben nicht. Eigentlich.
Letzte Woche habe ich alte gute Bekannte vom Flughafen beim Essen zufällig getroffen. Lange haben wir geredet über früher. Alt sind sie geworden, achtzig Jahre alt. Dagegen bin ich ja noch jung. Und dann habe ich ihnen von meinem Plan erzählt. Kurzes betroffenes Schweigen. Ob ich nicht wüsste, dass die Elster vor zwei Jahren bei Konstanz abgestürzt und mit beiden Insassen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sei? Wusste ich nicht. Das war kurz bevor ich wieder nach Bottrop zog. Wie hätte ich es mitbekommen sollen?
Zu spät gekommen. Das passiert manchmal im Leben. Und manchmal ist es traurig, auch wenn es sich nur um ein Gebilde aus Holz, Leinwand und einem bisschen Technik handelt.
Farewell, D-EDIQ.

Ich habe noch nie im Netz ein Foto ungefragt genommen, aber das Bild, das ich fand, zeigt genau "meine" Elster. Ich hoffe, der Rechteinhaber kann mir das verzeihen, wenn er auf diesen kleinen Artikel stoßen sollte. Quelle: Wikipedia
Auch noch gefunden:
Mein Vater kaufte sie für den Verein bzw. die Schülerfluggemeinschaft in dem Jahr, in dem ich geboren wurde: 1958. Mein Kinderwagen stand quasi im Schatten dieser damals ganz jungen Elster. Sie war das erste Flugzeug, in dem ich je gesessen habe, in dem ich je mitgeflogen bin, natürlich mit meinem Vater.
Vor ungefähr zehn Jahren war ich auf einem Flugtag in der Schwarzen Heide, und da stand sie noch: mittlerweile blau - weiß und nicht mehr in dem altmodischen grau - creme mit leuchtorangen Seitenruder. Ganz wie neu aussehend und doch das alte vertraute Bild. Und das Brummen des 150 PS - Lycoming, der 1963 mit Unterstützung der Prüfstelle in Essen - Mülheim eingebaut wurde. Dieses Brummen ist eines der Geräusche, die ich mein Leben lang mitgenommen habe.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass sie da so stand, denn es gab einige Leute im Verein, die sie genauso begleitet hat wie mich, nicht von Geburt an, aber in ihrer gesamten fliegerischen Laufbahn. Die haben sie gehegt, gepflegt und immer wieder in eine Art Neuzustand versetzt. Solche Flugzeuge sterben nicht. Eigentlich.
Letzte Woche habe ich alte gute Bekannte vom Flughafen beim Essen zufällig getroffen. Lange haben wir geredet über früher. Alt sind sie geworden, achtzig Jahre alt. Dagegen bin ich ja noch jung. Und dann habe ich ihnen von meinem Plan erzählt. Kurzes betroffenes Schweigen. Ob ich nicht wüsste, dass die Elster vor zwei Jahren bei Konstanz abgestürzt und mit beiden Insassen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sei? Wusste ich nicht. Das war kurz bevor ich wieder nach Bottrop zog. Wie hätte ich es mitbekommen sollen?
Zu spät gekommen. Das passiert manchmal im Leben. Und manchmal ist es traurig, auch wenn es sich nur um ein Gebilde aus Holz, Leinwand und einem bisschen Technik handelt.
Farewell, D-EDIQ.

Ich habe noch nie im Netz ein Foto ungefragt genommen, aber das Bild, das ich fand, zeigt genau "meine" Elster. Ich hoffe, der Rechteinhaber kann mir das verzeihen, wenn er auf diesen kleinen Artikel stoßen sollte. Quelle: Wikipedia
Auch noch gefunden:
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Donnerstag, 19. April 2012
Verpackungskunst
meckerfutt, 21:45h
Kann ein Geburtstagsgeschenk schöner verpackt sein? Nein, der Deckel dieses Glases ist nicht mit Plastkkram aus China bestückt, sondern mit handgearbeiteten Törtchen, Eishörnchen, Plätzchen, Pralinen und vielem mehr - aus FIMO. Lediglich der Keks hat keine 42 Zacken, sonst wäre man vielleicht zu sehr herausgefordert, ihn zu verspeisen.


Vielen Dank nochmal an Roxy und alle anderen, die da waren und mit uns gefeiert haben! Es war sehr schön.


Vielen Dank nochmal an Roxy und alle anderen, die da waren und mit uns gefeiert haben! Es war sehr schön.
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Mittwoch, 18. April 2012
Mac und Viren
meckerfutt, 22:27h
Seit langem kursiert im Internet ein Spruch zu:
Windows - User erkennt man daran, dass sie schimmernde Rüstungen tragen; Macintosh - User tragen Hawaiihemden.
Nicht, dass ich Hawaiihemden besonders kleidsam fände, aber Rüstungen, wie schimmernd sie auch sein mögen, sind unbequem. Mit Grausen denke ich an ältere Norton - Versionen zurück, die den Rechner zur Hälfte der Zeit beinahe lahmlegten oder zumindest unerträglich verlangsamten. Einer der Gründe, warum ich seit 1991 lieber mit Macs arbeite. In der gesamten Zeit hatte ich - so um 1996 herum - ein einziges Mal einen Virus, der per Kundendiskette in mein System gelangt war und unangenehmer Weise bestimmte Dokumente zum Absturz brachte. Mit einer kleinen Software, die ich über einen Apple - Händler erhielt, war das Problem innnerhalb einer Stunde erledigt. Kein Vergleich zu dem Virus / Trojaner?, der ca. 2002 meinen PC wochenlang alle paar Minuten zum Herunterfahren brachte und nur durch einen Spezialisten zu entfernen war, weil alle gängigen Virenentferner versagten.
In letzter Zeit bechleicht mich, vor allem je mehr der Mac und seine Derivate Rechner für jedermann werden, ein ungutes Gefühl. So habe ich mich heute auf die Suche nach einem vernünftigen Virenscanner für meinen imac gemacht und bin auf die interessante Seite von "Apfelwerk" in Stuttgart gestoßen. Deren Fazit: Es gab und gibt keinen einzigen Virus oder Trojaner, der sich auf dem Mac selbsständig installiert oder verbeitet. Anderslautende Meldungen sind Bullshit der Virensanner - Hersteller. Aber: "Die Situation ist zwar noch entspannt, die Einschläge kommen jedoch näher. OS X rückt aufgrund seiner steigenden Verbreitung langsam ins Visier der Malware-Autoren."
So erscheint es mir zurzeit sinnlos, eine Software zu kaufen und zu installieren, die gegen Windmühlen, sprich heiße Luft, kämpft. Vielleicht demnächst, mal schauen.
Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann das auf der Seite des Apfelwerks tun, die übrigens dauernd aktualisiert wird, zuletzt am 11. 4. 2012
P.S. Eine excellente Firewall ist natürlich rund um den Apfelbaum Pflicht.
P.S. 2: Der Hawaiihemden - Spruch hat eine neue Version:
Mac OS X ist wie das Landleben auf einem Bauernhof ohne Türschlösser, und Windows ist wie das Leben hinter vergitterten Fenstern im Elendsviertel der Stadt.
Charlie Miller
P.S. 3: Nach Artikeln im Stern und in der Welt, die behaupten, dass seit neuestem mindestens 600.000 Macs von einem Trojaner besiedelt seien, der es den Verbreitern erlaube, die befallenen Rechner zu einem Cluster zusammen zu schließen und für kriminelle Zwecke zu verwenden, habe ich mir die kostenlose Version von "Sophos" heruntergeladen, die die angeblich beste Schutzsoftware für den Mac herstellen sollen und auch von eben jenem Flashback-Trojaner schreiben. Ergebnis: über 600.000 Dateien aus zwei Jahren gescannt, kein einziger Fund, und das, obwohl der Rechner Tag und Nacht im Netz hängt. Ich kann wieder ruhig schlafen ...
Windows - User erkennt man daran, dass sie schimmernde Rüstungen tragen; Macintosh - User tragen Hawaiihemden.
Nicht, dass ich Hawaiihemden besonders kleidsam fände, aber Rüstungen, wie schimmernd sie auch sein mögen, sind unbequem. Mit Grausen denke ich an ältere Norton - Versionen zurück, die den Rechner zur Hälfte der Zeit beinahe lahmlegten oder zumindest unerträglich verlangsamten. Einer der Gründe, warum ich seit 1991 lieber mit Macs arbeite. In der gesamten Zeit hatte ich - so um 1996 herum - ein einziges Mal einen Virus, der per Kundendiskette in mein System gelangt war und unangenehmer Weise bestimmte Dokumente zum Absturz brachte. Mit einer kleinen Software, die ich über einen Apple - Händler erhielt, war das Problem innnerhalb einer Stunde erledigt. Kein Vergleich zu dem Virus / Trojaner?, der ca. 2002 meinen PC wochenlang alle paar Minuten zum Herunterfahren brachte und nur durch einen Spezialisten zu entfernen war, weil alle gängigen Virenentferner versagten.
In letzter Zeit bechleicht mich, vor allem je mehr der Mac und seine Derivate Rechner für jedermann werden, ein ungutes Gefühl. So habe ich mich heute auf die Suche nach einem vernünftigen Virenscanner für meinen imac gemacht und bin auf die interessante Seite von "Apfelwerk" in Stuttgart gestoßen. Deren Fazit: Es gab und gibt keinen einzigen Virus oder Trojaner, der sich auf dem Mac selbsständig installiert oder verbeitet. Anderslautende Meldungen sind Bullshit der Virensanner - Hersteller. Aber: "Die Situation ist zwar noch entspannt, die Einschläge kommen jedoch näher. OS X rückt aufgrund seiner steigenden Verbreitung langsam ins Visier der Malware-Autoren."
So erscheint es mir zurzeit sinnlos, eine Software zu kaufen und zu installieren, die gegen Windmühlen, sprich heiße Luft, kämpft. Vielleicht demnächst, mal schauen.
Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann das auf der Seite des Apfelwerks tun, die übrigens dauernd aktualisiert wird, zuletzt am 11. 4. 2012
P.S. Eine excellente Firewall ist natürlich rund um den Apfelbaum Pflicht.
P.S. 2: Der Hawaiihemden - Spruch hat eine neue Version:
Mac OS X ist wie das Landleben auf einem Bauernhof ohne Türschlösser, und Windows ist wie das Leben hinter vergitterten Fenstern im Elendsviertel der Stadt.
Charlie Miller
P.S. 3: Nach Artikeln im Stern und in der Welt, die behaupten, dass seit neuestem mindestens 600.000 Macs von einem Trojaner besiedelt seien, der es den Verbreitern erlaube, die befallenen Rechner zu einem Cluster zusammen zu schließen und für kriminelle Zwecke zu verwenden, habe ich mir die kostenlose Version von "Sophos" heruntergeladen, die die angeblich beste Schutzsoftware für den Mac herstellen sollen und auch von eben jenem Flashback-Trojaner schreiben. Ergebnis: über 600.000 Dateien aus zwei Jahren gescannt, kein einziger Fund, und das, obwohl der Rechner Tag und Nacht im Netz hängt. Ich kann wieder ruhig schlafen ...
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Freitag, 6. April 2012
Groningen
meckerfutt, 15:51h
Um einmal auch Teile der Niederlande kennenzulernen, in die man sonst eher selten kommt, reisten wir zu Beginn der Osterferien ein paar Tage in die nordöstlichste Provinz der Niederlande, Groningen.

Quelle: http://www.mygeo.info/landkarten/niederlande/niederlande_provinzen.png / GNU Free Documentation License
Die Anreise führte uns über die A31 durch eine der am wenigsten besiedelten Gegenden Deutschlands, die Moorgebiete des Emslandes, einst das Armenhaus Niedersachsens. Auch heute noch wird hier industriell Torf gestochen und so die letzten verbliebenen Hochmoore weiter zerstört, wie man bei einem Blick links und rechts der Autobahn ganz einfach feststellen kann.
Westlich an dieses Gebiet schließt sich die Provinz Groningen an, die für niederländische Verhältnisse immer noch dünn besiedelt erscheint, was sich bei einem Blick aufs Navi (oder auf die gute alte Straßenkarte) allerdings völlig anders darstellt. Dennoch: die Region ist zwar landwirtschaftlich geprägt, jedoch ganz anders, als man es aus den weiter südlichen Teilen unseres Nachbarstaates gewohnt ist. Unfruchtbare Sandböden herrschen vor, die, wie sich im zu dieser Zeit des Frühjahrs beobachten lässt, massiv gedüngt werden. Auch bei die Einbringung von Kartoffeln war aller Orten zu beobachten. Ein Großteil der trotz Sandes nassen Böden wird allerdings - vor allem je weiter man in Richtung Friesland kommt, für die Viehwirtschaft sowie zur Pferdehaltung genutzt. Nirgends haben wir mehr Shetlandponys gesehen als in dieser Region. Die zweite - allerdings wesentlich weniger vertretene Rasse - sind natürlich die wundervollen schwarzen Friesen.
Ins Auge fällt auch sofort die Fehnbebauung, d. h. die ursprüngliche Anlage der Höfe unmittelbar an Straßen und die von da ausgehende Erschließung des unwirtlichen moorigen und sumpfigen Hinterlandes. „Den Eersten sien Dod, den Tweeten sien Not, den Drütten sien Brod“ , so hieß es beispielsweise bei der Besiedlung des Teufelsmoores bei Bremen.
In vielen Ortschaften der Provinz sind diese alten Strukturen heute noch erhalten, wenn auch vielfach, besonders bei den kleineren Höfen, durch offensichtlich wohlhabende Stadtflüchter umgenutzt. Die typische Hofform, zur Straße hin das vergleichsweise winzige Wohnhaus, eingebaut in die Scheune, deren Abgrenzung man nur durch die verschiedene Dachdeckung erkennt - im Wohnbereich Ziegel, im Scheunenbreich Reet -, wird sogar bei Neubauten der Region wieder aufgegriffen, indem zum Beispiel der Straßenteil eines Hauses schwarz- und der hintere Teil rotziegelig gedeckt wird.
Beispiel eines der kleineren Fehnkotten. Haus und Scheune gehen unmittelbar ineinander über. Bei diesem umgenutzten Hof ist die Reetdeckung der Scheune weitgehend erhalten worden.
Einer der größeren Höfe, noch in Betrieb. Haus und Scheune sind verbunden, allerdings durch einen Trakt, in dem wahrscheinlich Mägde und Knechte wohnten. Allen Höfen der Region - auch den größten - ist aber die direkte Verbindung von Wohnhaus und Stall / Scheune gemein.
Groningen selbst ist mit fast 200.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Niederlande. Uns hat die Stadt mit dem studentischen Flair - Uni und Akademie haben fast 50.000 Studierende - sehr gut gefallen. Auffallend auch die große Menge historischer Häuser im und um den Stadtkern herum, der sich heute komplett autofrei präsentiert. Solche Mengen an Fahrrädern wie im Groninger Innenstadtbereich sind selbst für die Niederlande außergewöhnlich.

Fahrradparkplatz am Akademiegebäude

Ob dieses Gefährt wohl noch unter die erlaubten fällt?
Der Martiniturm

Der Martinimarkt

Wo Altes und Neues aufeinandertreffen, wird an vielen Stellen versucht, eine organische Verbindung zu schaffen
Sehr schön, aber für die Niederlande typisch, ist auch die Vielfalt von Geschäften vor allem in den Seitenstraßen der City. Das gibt es bei uns so nirgends mehr. In Groningen gibt es Straßen, da reiht sich Galerie an Galerie, wohl eine Folge der Akademie.
In diesem Fall keine Galerie, sondern ein Kapper / Friseur
Wären wir ein paar Jahre jünger und ein wenig weniger vergrippt gewesen, hätten wir uns wohl ins studentische Nachtleben gestürzt, das in Groningen besonders ausgeprägt erscheint.

Die alte Niederlassung der Hanse und ein altes Bankgebäude, heute Lokalitäten am Rande des Universitätsviertels

Auch hier müssen Raucher im Freien sitzen, wenn sie ihrer Lust frönen wollen.
Den einen oder anderen Abstecher ans Meer haben wir natürlich auch noch gemacht, bei dem Wetter allerdings an irgendeine Art von Strandkultur zu denken, wäre zu gewagt gewesen.
Das nette weiße, zu mietende Haus hat uns nicht zuletzt aufgrund seiner einsamen Lage sehr gefallen. Weniger schön ist die Tatsache, dass direkt hinterm Deich nicht der Strand, sondern militärisches Sperrgebiet liegt.

Zu vermieten ...
... sehr einsam ...
... sehr sehr einsam ...

... und leider direkt am militärischen Sperrgebiet. Nordsee ist Mordsee.
So ist unser Fazit nach drei wettermäßig recht kühlen Tagen, dass wir die Gegend und besonders die Stadt Groningen nicht zum letzten Mal besucht haben.

Quelle: http://www.mygeo.info/landkarten/niederlande/niederlande_provinzen.png / GNU Free Documentation License
Die Anreise führte uns über die A31 durch eine der am wenigsten besiedelten Gegenden Deutschlands, die Moorgebiete des Emslandes, einst das Armenhaus Niedersachsens. Auch heute noch wird hier industriell Torf gestochen und so die letzten verbliebenen Hochmoore weiter zerstört, wie man bei einem Blick links und rechts der Autobahn ganz einfach feststellen kann.
Westlich an dieses Gebiet schließt sich die Provinz Groningen an, die für niederländische Verhältnisse immer noch dünn besiedelt erscheint, was sich bei einem Blick aufs Navi (oder auf die gute alte Straßenkarte) allerdings völlig anders darstellt. Dennoch: die Region ist zwar landwirtschaftlich geprägt, jedoch ganz anders, als man es aus den weiter südlichen Teilen unseres Nachbarstaates gewohnt ist. Unfruchtbare Sandböden herrschen vor, die, wie sich im zu dieser Zeit des Frühjahrs beobachten lässt, massiv gedüngt werden. Auch bei die Einbringung von Kartoffeln war aller Orten zu beobachten. Ein Großteil der trotz Sandes nassen Böden wird allerdings - vor allem je weiter man in Richtung Friesland kommt, für die Viehwirtschaft sowie zur Pferdehaltung genutzt. Nirgends haben wir mehr Shetlandponys gesehen als in dieser Region. Die zweite - allerdings wesentlich weniger vertretene Rasse - sind natürlich die wundervollen schwarzen Friesen.
Ins Auge fällt auch sofort die Fehnbebauung, d. h. die ursprüngliche Anlage der Höfe unmittelbar an Straßen und die von da ausgehende Erschließung des unwirtlichen moorigen und sumpfigen Hinterlandes. „Den Eersten sien Dod, den Tweeten sien Not, den Drütten sien Brod“ , so hieß es beispielsweise bei der Besiedlung des Teufelsmoores bei Bremen.
In vielen Ortschaften der Provinz sind diese alten Strukturen heute noch erhalten, wenn auch vielfach, besonders bei den kleineren Höfen, durch offensichtlich wohlhabende Stadtflüchter umgenutzt. Die typische Hofform, zur Straße hin das vergleichsweise winzige Wohnhaus, eingebaut in die Scheune, deren Abgrenzung man nur durch die verschiedene Dachdeckung erkennt - im Wohnbereich Ziegel, im Scheunenbreich Reet -, wird sogar bei Neubauten der Region wieder aufgegriffen, indem zum Beispiel der Straßenteil eines Hauses schwarz- und der hintere Teil rotziegelig gedeckt wird.
Beispiel eines der kleineren Fehnkotten. Haus und Scheune gehen unmittelbar ineinander über. Bei diesem umgenutzten Hof ist die Reetdeckung der Scheune weitgehend erhalten worden.
Einer der größeren Höfe, noch in Betrieb. Haus und Scheune sind verbunden, allerdings durch einen Trakt, in dem wahrscheinlich Mägde und Knechte wohnten. Allen Höfen der Region - auch den größten - ist aber die direkte Verbindung von Wohnhaus und Stall / Scheune gemein.
Groningen selbst ist mit fast 200.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Niederlande. Uns hat die Stadt mit dem studentischen Flair - Uni und Akademie haben fast 50.000 Studierende - sehr gut gefallen. Auffallend auch die große Menge historischer Häuser im und um den Stadtkern herum, der sich heute komplett autofrei präsentiert. Solche Mengen an Fahrrädern wie im Groninger Innenstadtbereich sind selbst für die Niederlande außergewöhnlich.

Fahrradparkplatz am Akademiegebäude

Ob dieses Gefährt wohl noch unter die erlaubten fällt?
Der Martiniturm

Der Martinimarkt

Wo Altes und Neues aufeinandertreffen, wird an vielen Stellen versucht, eine organische Verbindung zu schaffen
Sehr schön, aber für die Niederlande typisch, ist auch die Vielfalt von Geschäften vor allem in den Seitenstraßen der City. Das gibt es bei uns so nirgends mehr. In Groningen gibt es Straßen, da reiht sich Galerie an Galerie, wohl eine Folge der Akademie.
In diesem Fall keine Galerie, sondern ein Kapper / Friseur
Wären wir ein paar Jahre jünger und ein wenig weniger vergrippt gewesen, hätten wir uns wohl ins studentische Nachtleben gestürzt, das in Groningen besonders ausgeprägt erscheint.

Die alte Niederlassung der Hanse und ein altes Bankgebäude, heute Lokalitäten am Rande des Universitätsviertels

Auch hier müssen Raucher im Freien sitzen, wenn sie ihrer Lust frönen wollen.
Den einen oder anderen Abstecher ans Meer haben wir natürlich auch noch gemacht, bei dem Wetter allerdings an irgendeine Art von Strandkultur zu denken, wäre zu gewagt gewesen.
Das nette weiße, zu mietende Haus hat uns nicht zuletzt aufgrund seiner einsamen Lage sehr gefallen. Weniger schön ist die Tatsache, dass direkt hinterm Deich nicht der Strand, sondern militärisches Sperrgebiet liegt.

Zu vermieten ...
... sehr einsam ...
... sehr sehr einsam ...

... und leider direkt am militärischen Sperrgebiet. Nordsee ist Mordsee.
So ist unser Fazit nach drei wettermäßig recht kühlen Tagen, dass wir die Gegend und besonders die Stadt Groningen nicht zum letzten Mal besucht haben.
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Samstag, 24. März 2012
"Man pinkelt uns ins Gesicht!" - Ist Urheberrecht Steinzeit?
meckerfutt, 16:46h
Dass in Zeiten von youtube und co jedwede geistige Leistung frei und kostenlos sein soll, ist inzwischen beinahe schon Allgemeingut.
Hier ist ein spannendes Statment von Sven Regener, Element-of-crime - Sänger und Romanautor aus dem Bayrischen Rundfunk:
Statement Sven Regener
Hier ist ein spannendes Statment von Sven Regener, Element-of-crime - Sänger und Romanautor aus dem Bayrischen Rundfunk:
Statement Sven Regener
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Mittwoch, 15. Februar 2012
[Bücher] Truman Capote - Wenn die Hunde bellen
meckerfutt, 23:19h
Es gibt Bücher, die kauft man zu früh im Leben, obwohl sie zu der Zeit schon Klassiker sind. Dieses hier habe ich in den achtziger Jahren von einem Grabbeltisch mitgenommen, weil ich dachte, es sei an der Zeit, etwas von Capote zu lesen - nach einigen Seiten verschwand es im Bücherregal, weil ich es langweilig fand. Vor ein paar Tagen kramte ich in einer alten Bücherkiste, die seit einem meiner häufigen Umzüge (immerhin sechs in den letzten zwanzig Jahren) verschlossen geblieben war und bekam es in die Hand.
Diesmal konnte ich kaum noch aufhören zu lesen. Dieses Buch beinhaltet Essays aus den Jahren 1947 - 1972 über berühmte Zeitgenossen, die Capote kannte, wie Marlon Brando, Marylin Monroe, Humphrey Bogart oder Louis Armstrong sowie schillernde Reiseberichte und autobiographische Beiträge des Autors.
Capote schreibt wie ein schandhafter Gott, oder, wie es Norman Mailer vielleicht besser auszudrücken weiß als ich: "Er ist der perfekteste Autor meiner Generation, der die besten Sätze schreibt, Wort für Wort, Rhythmus für Rhythmus."
Zu diesem Werk meinte der Kölner Stadtanzeiger: "Er scheut sich nicht, mit gelegnetlich sehr spitzem Sarkasmus Denkmäler zu schänden, die `heiligen Monstren´ der Zeitgeschichte ironisch zu demaskieren."
"Wir fuhren durch frühes Dämmern unter einem Himmel mit den ersten Sternen dahin. Die Straße zog sich hoch über dem Meer entlang, auf dem unten die Fischerboote, von Fackeln erhellt, wie glitzernde Wasserspinnen herumkrochen. Pelzige kleine Fledermäuse durchschwirrten die Dämmerung; buena sera, buena sera, riefen undeutliche Abendstimmen den Weg entlang, und Herden von Ziegen, die berauftrotteten, blökten wie verstopfte Flöten. Der Wagen rollte über einen Dorfplatz - es gab kein elektrisches Licht, und in den Cafés verräucherte das trügerische Licht von Kerzen und Petroleumlampen die Gesichter der dort versammelten Männer." Ischia, 1947
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Dies war der Winter 2011/2012
meckerfutt, 16:38h

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